07.04.2019

THW-Einsatzübung "Großchaosdorf" des Regionalbereiches Heilbronn-Franken

Vom 05. bis 07. April führte die THW-Regionalstelle Heilbronn eine Großübung für die Ortsverbände ihres Bereichs durch. Die Übung auf dem Gelände des TCRH (Training Center Retten und Helfen) in Mosbach, wurde zusammen mit ehrenamtlichen Helfern aus verschiedenen Ortsverbände vorbereitet.

Anheben eines Trümmerteils mittels Büffelwinde um einen eingeklemmten Verletzten zu befreien.

Bereits am Freitag machten sich unser Zugtrupp und unsere erste Bergungsgruppe auf dem Weg zum TCRH-Gelände (Training Center Retten und Helfen) in Mosbach.

Am Samstagmorgen erschütterte eine Gasexplosion die fiktive Ortschaft Großchaosdorf. Die Detonation war in mehreren Kilometern Entfernung noch zu hören. Eine unbekannte Anzahl von Personen galt als vermisst. Häuser waren zum Teil eingestürzt. Die Druckwelle hat Fahrzeuge durch die Luft geschleudert. Der Tankinhalt der Autos entzündete sich und hat schwere Brände verursacht. Geparkte Fahrzeuge sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Der Ort war von einer dicken Staubschicht bedeckt, die Hauptstraße lag in Trümmern und erschwerte den Einsatzkräften die Anfahrt zum Einsatzort.

Die Aufgabe der teilnehmenden 8 Ortsverbände aus dem Regionalbereich Heilbronn war es dann, die Großschadenslage mit zahlreichen Verletzten abzuarbeiten. „Großer Gebäudekomplex, […]  der mittlere Teil eingestürzt, Straßenbahn ging durchs Gebäude“ so war die erste Mitteilung unseres Gruppenführers an die Helfer vor Ort.

Unter der Einsatzleitung durch unseren Zugtrupp bekam unsere Bergungsgruppe so die Aufgabe das Trümmerfeld und die darin verunglückte Straßenbahn zu erkunden und alle Verletzten zu retten. Unter Atemschutz wurde daher das Gebiet erkundet und im Anschluss in einer aufwändigen Rettungsaktion die Verletzten(-darsteller) aus den Trümmern und insbesondere aus der S-Bahn gerettet. Dazu wurde zuerst ein Entstehungsbrand durch unseren Atemschutz-Trupp mittels Feuerlöscher bekämpft, sodass die Einsatzkräfte auch ohne Umluft unabhängige Atemschutzgeräte die Straßenbahn erreichen konnte. Zahlreiche unter Schock stehende oder schwer Verletzte Darsteller erwarteten unsere Helfer mit ohrenbetäubendem Geschrei und Hilferufen was die Arbeit natürlich deutlich erschwerte.
Nachdem ein 4-Mann starker Trupp einen Zugang in die S-Bahn gefunden hatte wurde erst das Ausmaß der Verletzten und deren Verletzungen klar. Nicht nur offene Brüche oder Rauchgasintoxikationen erwartete die Kräfte, auch zwei Amputationen beschäftigten sie. Einige der Verletzten waren zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr ansprechbar und in höchster Lebensgefahr, daher wurde entschieden die Verletzten schnellstmöglich mittels der „Schiefen Ebene“, eine Art Schiene durch Leitern worauf der Schleifkorb gezogen werden kann, zu retten.

Inzwischen hatten auch die anderen Bergungsgruppen erste Erfolge, weshalb unser Zugtrupp und Zugführer alle Hände voll zu tun hatten. Eine immer aktuell gehaltene Lagekarte unterstütze die Einsatzleitung bei ihrer Koordination der Kräfte und verschaffte immer eine aktuelle Übersicht über die Anzahl der Verletzten.

Unsere Bergungsgruppe hatte unterdessen bereits weitere Verletzte unter den Trümmern erkundet. Nachdem auch die letzten Verletzten aus dem großflächigen Trümmerfeld gerettet wurden, wurde ein Auto, welches sich vor der Straßenbahn quergestellt hatte, mittels Seilwinde des Gerätekraftwagens und Hebekissen so verschoben, sodass unsere Helfer und Helferinnen zwei weitere Personen bergen konnten.

Gegen 14 Uhr war der erste Teil beendet, allerdings gab es nach einer kurzen Besprechung aller Führungskräfte einen weiteren „Einsatzauftrag“, bei dem ein anderer Teil des Geländes angefahren werden musste. Dort wiederum war ein schwerer Busunfall dargestellt bei welchem unsere Kräfte mit Unterstützung durch die Bergungsgruppe des Ortsverbandes Pfedelbach alle Verletzten mit vergleichsweise einfachen Mitteln retten konnten. 

Nach einer ausgiebigen Nachbesprechung mit dem uns zugeteilten Beobachter schlossen wir die Übung sehr zufrieden ab und ließen den Abend bei einem Helferfest gemütlich ausklingen.

An der Übung haben die THW Ortsverbänden Crailsheim, Heilbronn, Künzelsau, Pfedelbach, Schwäbisch Hall, Weinsberg, Wertheim und Widdern teilgenommen.

Die Verletztendarsteller wurden von Junghelfern des THW gespielt. Mit viel Kunstblut und Schminke wurden sie realitätsgetreu in Szene gesetzt. Vielen Dank für eure Unterstützung. (Aus Sicherheitsgründen wurden an schwer zugänglichen Stellen natürlich Rettungspuppen eingesetzt)

 

Ein ganz besonderer Dank geht an alle ehrenamtlichen THW-Helferinnen und Helfer, die diese Übung in stundenlanger Vorarbeit geplant und vorbereitet haben. Ein ebenso herzliches Dankeschön an die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regionalstelle Heilbronn für die Organisation und Durchführung des Wochenendes.

"Last but not least" vielen Dank an den Ortsverband Künzelsau, der mit seiner Fachgruppe Logistik Verpflegung für reichlich leckeres Essen über das ganze Wochenende hinweg gesorgt hat. Unterstützt wurden die Helfer von angehenden Feldköchen im Rahmen einer parallel stattfindenden Feldkochausbildung.


  • Anheben eines Trümmerteils mittels Büffelwinde um einen eingeklemmten Verletzten zu befreien.

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